VITUS Privatklinik

Behandlung von rezidivierendem Prostatakrebs

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Wenn Prostatakrebs nach einer Operation oder Bestrahlung erneut auftritt, werden Therapieentscheidungen komplexer. Auch wenn die Vermeidung eines Rezidivs ein zentrales Ziel der Erstbehandlung und Nachsorge darstellt, lässt sich ein Wiederauftreten nicht in allen Fällen verhindern, sodass individuell abgestimmte Behandlungsstrategien erforderlich werden.

In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach, wann eine Behandlung bei rezidivierendem Prostatakrebs angebracht ist, wie sich moderne fokale Therapien von konventionellen Rettungsmaßnahmen unterscheiden und wie Behandlungsentscheidungen getroffen werden, wenn das Rezidiv durch Bildgebung und sorgfältige Beurteilung deutlicher wird.

Warum sich die Behandlung bei rezidivierendem Prostatakrebs unterscheidet

Wie ein Rezidiv behandelt wird, hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab:

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Bestätigung eines Prostatakrebsrezidivs vor der Behandlung

Rezidivierender Prostatakrebs lässt sich in der Regel in drei Kategorien einteilen:

  • Biochemisches Rezidiv: Ansteigende PSA-Werte nach der Behandlung, ohne sichtbare Erkrankung in der Bildgebung.
  • Lokales Rezidiv: Der Krebs kehrt im oder nahe dem Prostatabereich nach Operation oder Bestrahlung zurück.
  • Metastasiertes Rezidiv: Der Krebs hat sich über die Prostata hinaus auf Beckenlymphknoten, Knochen oder andere Organe ausgebreitet.

Ein steigender PSA-Wert ist häufig das früheste Anzeichen für ein mögliches Rezidiv und wird meist im Rahmen der routinemäßigen Nachsorge festgestellt. PSA-Verläufe, insbesondere die PSA-Verdopplungszeit, können Hinweise auf die Aktivität der Erkrankung geben, doch erst die Bildgebung zeigt, wo sich das Rezidiv befindet und wie es behandelt werden sollte.

In der Vitus Privatklinik werden fortschrittliche bildgebende Verfahren eingesetzt, um ein Rezidiv umfassend zu beurteilen. Dazu gehört die MRT zur Beurteilung der lokalisierten Erkrankung und die PSMA-PET/CT mit Gallium-68 zum Nachweis von Metastasen im ganzen Körper.

Standardmäßige Salvage-Behandlungen bei Prostatakrebsrezidiv

Abhängig von der Erstbehandlung können die Therapieoptionen bei einem Prostatakrebsrezidiv eingeschränkt sein. In vielen Fällen lokaler Rezidive greifen Ärzte auf eine von zwei konventionellen Salvage-Strategien zurück, die sich nach der zuvor durchgeführten Behandlung richten:

  • Salvage-Strahlentherapie: Kann nach einer radikalen Prostatektomie eingesetzt werden, um das Gebiet zu behandeln, in dem die Prostata entfernt wurde.
  • Salvage-Prostatektomie: Kann bei einem Rezidiv nach einer Bestrahlung erwogen werden, ist jedoch häufig mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen wie Harninkontinenz und erektile Dysfunktion verbunden.

In beiden Situationen wird die Salvage-Behandlung häufig mit einer Hormontherapie (Androgendeprivationstherapie) kombiniert. Die Hormontherapie senkt den Spiegel männlicher Hormone, die das Wachstum von Prostatakrebs unterstützen, und hilft so, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, während Salvage-Therapien bekannte Tumorherde gezielt behandeln.

Wenn Prostatakrebs metastasiert und sich über die Prostata hinaus ausbreitet, wird die Behandlung mit traditionellen Ansätzen deutlich komplexer. Aus diesem Grund ist metastasierter Prostatakrebs für den Großteil der prostatakrebsbedingten Todesfälle verantwortlich.

In diesen Fällen verordnen Ärzte häufig eine Kombination aus Hormontherapie und Chemotherapie. Diese Behandlungen können das Fortschreiten der Erkrankung kontrollieren, wirken jedoch auf den gesamten Körper und sind oft mit Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit, Haarausfall, Neuropathien, Immunsuppression und einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden.

Dies sind jedoch nicht die einzigen verfügbaren Behandlungsoptionen.

Moderne fokale Therapien bei rezidivierendem Prostatakrebs

Dank ihres minimalinvasiven Charakters und unserer langjährigen Erfahrung mit diesen Techniken können fokale Therapien häufig auch nach vorangegangenen Behandlungen wie Prostatektomie oder Bestrahlung in Betracht gezogen werden, bei denen konventionelle Salvage-Optionen mit höheren Risiken für die Lebensqualität verbunden sind.

Irreversible Elektroporation (IRE / NanoKnife)

Bei lokal begrenzten Rezidiven kann die irreversible Elektroporation eingesetzt werden, um rezidivierenden Prostatakrebs minimalinvasiv zu behandeln und im Vergleich zu traditionellen Salvage-Behandlungen Harnkontinenz und sexuelle Funktion besser zu erhalten.

Mithilfe der NanoKnife-Technologie werden dünne Nadelelektroden direkt im Behandlungsgebiet platziert. Über diese Elektroden werden elektrische Impulse abgegeben, die Poren in den Zellmembranen der Krebszellen erzeugen und zu einem sofortigen Zelltod führen.

Jede Elektrode wird unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle positioniert, was individuelle Winkel und Anpassungen in Echtzeit während der Behandlung ermöglicht. Dieses Maß an Kontrolle macht die IRE besonders geeignet für komplexe oder unregelmäßige Rezidive, auch in bereits vorbehandeltem Gewebe.

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Elektrochemotherapie (ECT)

Die Elektrochemotherapie kombiniert reversible Elektroporation mit einem chemotherapeutischen Wirkstoff, um die Wirkstoffaufnahme in Krebszellen zu verbessern und gleichzeitig gesundes Gewebe zu schonen. In der Vitus Privatklinik haben wir ihre Anwendung bei Prostatakrebs mitentwickelt, wo sie in ausgewählten Rezidivfällen als Alternative zur Strahlentherapie eingesetzt werden kann.

Bei der Behandlung werden elektrische Impulse im Zielgebiet abgegeben, die temporäre Poren in der Zellmembran erzeugen. Anschließend wird der chemotherapeutische Wirkstoff lokal verabreicht, wobei die temporären Poren die Aufnahme in Krebszellen verbessern, die in den folgenden Wochen zerstört werden.

Dadurch sind im Vergleich zur klassischen Chemotherapie deutlich geringere Wirkstoffdosen erforderlich, und die meisten Behandlungen werden in einer einzigen Sitzung durchgeführt. So lassen sich bei den meisten Patienten typische Chemotherapie-Nebenwirkungen vermeiden, während gleichzeitig eine minimalinvasive Behandlungsoption für Prostatakrebsrezidive angeboten wird.

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IRE mit Elektrochemotherapie (IRECT)

IRECT ist eine minimalinvasive Prostatakrebsbehandlung, die ausschließlich in der Vitus Privatklinik verfügbar ist. Sie kombiniert irreversible Elektroporation und Elektrochemotherapie in einer einzigen Behandlung, um sowohl den Hauptrezidivherd als auch umliegende Krebszellen zu adressieren.

Die IRE wird eingesetzt, um den zentralen Tumorbereich durch elektrische Impulse mit sofortigem Zelltod zu zerstören. Anschließend wird die Elektrochemotherapie im umliegenden Bereich angewendet, wo elektrische Impulse die Aufnahme eines chemotherapeutischen Wirkstoffs verbessern und Krebszellen über die Zeit zerstört werden. Dadurch entsteht ein größeres Behandlungsareal als mit IRE allein.

Dieser Ansatz wird bei komplexeren oder fortgeschritteneren Prostatakrebsfällen eingesetzt, einschließlich Rezidiven nach vorangegangenen Behandlungen. Er ist besonders hilfreich, wenn das Rezidiv keinen klar abgegrenzten Tumor bildet oder sich in bereits behandeltes Gewebe ausdehnt.

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Photodynamische Therapie (PDT)

Bei kleineren, lokal begrenzten Rezidiven kann die photodynamische Therapie eine wirksame Option sein. Dabei wird ein Photosensibilisator in das Behandlungsgebiet eingebracht, der bevorzugt von Krebszellen aufgenommen wird.

Anschließend wird der Photosensibilisator mit Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert, wodurch Prostatakrebszellen zerstört werden, während das umliegende Gewebe weitgehend geschont bleibt.

In der Vitus Privatklinik wird die photodynamische Therapie selektiver eingesetzt als andere fokale Verfahren, aber sie wird aktiv gemeinsam mit IRE, IRECT und Elektrochemotherapie geprüft, um den am besten geeigneten fokalen Therapieansatz zu bestimmen.

Erfahren Sie mehr über PDT bei Prostatakrebs →

Immuntherapie bei metastasiertem Prostatakrebsrezidiv

Prostatakrebs gilt in der Regel als „kalter“ Tumor, der auf eine alleinige Immuntherapie nur begrenzt anspricht. Durch die Freisetzung von Tumorantigenen während fokaler Behandlungen wie IRE, ECT und PDT wird eine Immunantwort stimuliert, die über das primäre Behandlungsareal hinauswirken kann.

Diese Immunantwort kann anschließend durch Immuntherapie weiter unterstützt werden.
In der Vitus Privatklinik wird die Immuntherapie in Kombination mit fokaler Ablation eingesetzt, um die Fähigkeit des Körpers zu stärken, Krebszellen im gesamten Körper zu erkennen und zu bekämpfen.

Dieser kombinierte Ansatz bietet eine Möglichkeit, metastasierte Prostatakrebsrezidive zu behandeln, dabei die Lebensqualität zu erhalten und viele der Nebenwirkungen traditioneller systemischer Therapien zu vermeiden.

Erfahren Sie mehr über Immuntherapie bei Prostatakrebs →

Wie die Behandlung ausgewählt wird

Zu den wichtigsten Faktoren, die unsere Ärzte bei der Therapieplanung berücksichtigen, gehören:

  • Größe und Form des Rezidivs: Viele Rezidive sind unregelmäßig geformt oder liegen nahe an kritischen Strukturen. Unsere ultraschallgeführten fokalen Therapien ermöglichen eine präzise Behandlung komplexer Läsionen, die mit konventionellen Salvage-Optionen schwer zugänglich sind.
  • Ausmaß des Rezidivs: Kleine, lokal begrenzte Rezidive können fokal behandelt werden, während ausgedehntere Erkrankungen kombinierte Ansätze wie IRECT erfordern können. Bei einer Ausbreitung über die Prostata hinaus kann die Immuntherapie zur systemischen Krankheitskontrolle eingesetzt werden.
  • Lage im Verhältnis zu zuvor behandeltem Gewebe: Rezidive entstehen häufig in Gewebe, das bereits durch Operation oder Bestrahlung beeinflusst wurde. Nicht-thermische fokale Therapien ermöglichen eine Behandlung dieser Areale bei gleichzeitiger Minimierung zusätzlicher Schäden.
  • Befunde aus MRT- und PSMA-PET-Bildgebung: Moderne Bildgebung hilft zu bestimmen, wo sich das Rezidiv befindet und wie es sich verhält, und unterstützt die Entscheidung zwischen einer einzelnen fokalen Behandlung oder einer umfassenderen Strategie.
  • Risiko für Harnkontinenz und sexuelle Funktion: Der Funktionserhalt ist ein zentrales Kriterium, insbesondere nach vorangegangenen Behandlungen, bei denen traditionelle Salvage-Therapien mit höheren Risiken verbunden sind.

Wann mit der Behandlung begonnen werden sollte

In der Vitus Privatklinik richtet sich der Zeitpunkt der Behandlung danach, wann ein Rezidiv klar identifiziert und gezielt behandelt werden kann – nicht allein nach PSA-Werten. Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Anwendung fokaler Therapien für Prostatakrebs können wir auch komplexere Fälle beurteilen als Kliniken mit begrenzter Erfahrung.

Um festzustellen, welche Behandlung geeignet ist, überprüft unser Team Ihre MRT- und Biopsiebefunde und nutzt diese Informationen zur Planung eines personalisierten Ansatzes.

Kontaktieren Sie unser Team zur Einschätzung →

Was Sie nach der Behandlung eines Rezidivs erwarten können

Patienten mit Prostatakrebs können in der Regel Folgendes erwarten:

  • Kurze Erholungszeit: Minimalinvasive fokale Behandlungen ermöglichen häufig eine schnelle Rückkehr in den Alltag mit weniger langfristigen Nebenwirkungen als traditionelle Salvage-Therapien.
  • Kontinenz und sexuelle Funktion: Bei nicht-thermischen fokalen Therapien blieb die Harnkontinenz erhalten, während die Raten erektiler Dysfunktion je nach Lage der Erkrankung und Vorbehandlung typischerweise bei 0–10 % lagen.
  • Nachbeobachtung der PSA-Werte: PSA-Werte werden über die Zeit kontrolliert, wobei der Schwerpunkt stärker auf Trends und deren Korrelation mit der Bildgebung liegt als auf absoluten PSA-Grenzwerten.
  • Gezielte Nachsorgebildgebung: MRT- oder PSMA-PET-Untersuchungen können selektiv eingesetzt werden, um das Ansprechen zu beurteilen oder Befunde zu klären, anstatt nach einem starren Zeitplan.
  • Langfristige Nachsorge: Eine kontinuierliche Überwachung bleibt wichtig, um sowohl den Krankheitsverlauf als auch funktionelle Ergebnisse zu verfolgen, wobei in ausgewählten Fällen weitere fokale Behandlungen in Betracht gezogen werden können.

Fachärztliche Fallprüfung bei rezidivierendem Prostatakrebs

Für Männer, die Klarheit über ihre Optionen suchen, kann eine Zweitmeinung helfen zu beurteilen, ob fokale oder kombinierte Ansätze auf Basis individueller Befunde infrage kommen.

Kontaktieren Sie das Team der Vitus Privatklinik, um eine Fallprüfung anzufordern und zu besprechen, welche Behandlungsoptionen für Sie geeignet sind.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ja, in einigen Fällen. Eine vorausgegangene Operation oder Bestrahlung schließt eine fokale Therapie nicht automatisch aus, verändert jedoch die Bewertung und Behandlung eines Rezidivs. In der Vitus Privatklinik werden moderne Bildgebung und eine sorgfältige Analyse der Vorbehandlung genutzt, um zu prüfen, ob fokale oder kombinierte Ansätze geeignet sind.

Nicht unbedingt. Ein steigender PSA-Wert kann ein frühes Zeichen eines Rezidivs sein, doch Therapieentscheidungen richten sich danach, wo sich das Rezidiv befindet und wie es sich in der Bildgebung verhält – nicht allein nach dem PSA-Wert. In vielen Fällen stehen sorgfältige Abklärung und Planung vor jeder Intervention.

Die Auswahl richtet sich nach Faktoren wie Größe, Form und Ausdehnung des Rezidivs sowie seiner Lage im Verhältnis zu zuvor behandeltem Gewebe. In manchen Fällen ist eine einzelne fokale Therapie ausreichend, während komplexere Rezidivmuster von kombinierten Behandlungen profitieren können.

In ausgewählten Fällen kann eine fokale Therapie weiterhin eine Rolle spielen, insbesondere in Kombination mit anderen Behandlungen. Während fokale Therapien bekannte Krankheitsherde gezielt behandeln, kann die Immuntherapie ergänzend eingesetzt werden, um die Immunantwort bei metastasierten Rezidiven zu unterstützen.

Die Beurteilung umfasst in der Regel die Überprüfung früherer Behandlungen, der PSA-Historie, von MRT-Befunden und – sofern vorhanden – von Biopsieergebnissen. Diese Informationen helfen zu bestimmen, ob fokale oder kombinierte Behandlungsoptionen infrage kommen und ermöglichen eine individuelle Therapieplanung.