VITUS Privatklinik

VITUS DIAGNOSTIK Prostata MRT

Wie funktioniert Sie und für wen ist Sie geeignet?

Bisherige Prostatakrebs
vorsorge

Nach Aussage von Experten nutzlos bis gefährlich

Das Abtasten der Prostata, die digitale rektale Untersuchung, kurz DRU, ist nutzlos. Das sagt Patric Walsh, Leiter der Urologie an der Johns Hopkins University. In Deutschland ist sie immer noch standard! Und der PSA-Test wurde in vielen Länden als Vorsorgeuntersuchung wieder abgeschafft, weil ein ein erhöhter PSA-Spiegel eine oft unnötige Biopsie auslöst, ein niedriger PSA-Spiegel aber ein Karzinom nicht ausschließt.

Was sollen Männer also tun, wenn sie sich vor Prostatakrebs schützen wollen. Die Antwort ist seit Jahren klar und wissenschaftlich belegt:

Die Kernspintomographie (MRT) der Prostata kann Karzinome mit hoher Sicherheit nachweisen oder ausschließen.

Informieren Sie sich auch über die Alternativen oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Wir beraten Sie gerne.

Prostata-MRT

Der neue Qualitätsstandard in der Prostatadiagnostik

Das Abtasten der Prostata, die digitale rektale Untersuchung, kurz DRU, ist nutzlos. Das sagt Patric Walsh, Leiter der Urologie an der Johns Hopkins University. In Deutschland ist sie immer Wie schon beim Brustkrebs der Frau hat sich die Kernspintomographie (MRT) der Prostata in den letzten Jahren zum mit Abstand besten Verfahren zum Nachweis und/oder Ausschluss von Prostatakrebs entwickelt. Dies wurde zwischenzeitlich in mehreren wissenschaftlichen Studien belegt.

Schon die in 2017 durchgeführte PROMIS Multicenter-Studie aus England1 mit 576 Männern konnte zeigen, dass die MRT der Prostata mit 93% eine fast doppelt so hohe Nachweisempfindlichkeit für klinisch relevante Prostatakarzinome aufweist als die Prostatabiospie (TRUS), die nur eine Empfindlichkeit von 48% erzielte.

Bestätigt wurden diese Daten durch die Ergebnisse einer großen interdisziplinären Multicenter-Studie in den USA, die über mehrere Jahre insgesamt 1500 Patienten einschloss2.

Klinisch relevante Karzinome

MRT weist klinisch relevante Karzinome mit fast 100%iger Sicherheit nach

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die multiparametrische MRT (mpMRT) der Prostata eine Sensitivität für Prostatakrebs von 94-95% aufweist. Beachtenswert war, daß die MRT klinisch relevalte Karzinome (Gleason Score ≥ 7) mit einer Sicherheit von 93-97% ausschließen konnte. Wenn auch die schwer nachweisbaren, fast gutartigen Gleason 6 Karzinome mitberücksichtigt wurden, lag der negative prädiktive Wert immerhin noch bei 87% – wesentlich besser als bei der Stanzbiopsie.

Auch die Größe und Ausdehnung von Karzinomen in der Prostata wird durch die mpMRT besser erfasst als durch die Stanzbiopsie, nämlich mit einer Sensitivität von 84%. Eine Infiltration der Samenblasen und ein die Prostata überschreitendes Wachstum des Tumors kann mit einer Spezifität von 97-98% nachgewiesen werden (Gleason Score ≥ 7).

MRT hilft unnötige Biopsien zu vermeiden

Dass die Kernspintomographie (MRT) unnötige Biopsien der Prostata vermeiden kann, wurde seit Jahren vermutet. Eine Studie der Universität Mainz hat dies 2018 auch in Deutschland wissenschaftlich belegt3. Sie konnten zeigen, dass bei den 651 Männern der Studie fast 40% der Biopsien durch MRT hätten vermieden werden können, ohne relevante Krebsherde zu übersehen.

Zusammenfassend kann man heute sagen, dass die Aussagekraft der Prostata-MRT anderen Verfahren derart überlegen ist, daß bei jedem Verdacht auf Prostatakrebs eine Prostata-MRT durchgeführt werde sollte.

Endorektalspule: Notwendig oder entbehrlich

Kernspintomographie nutzt starke magnetische Felder (B0), um Protonen – Wasserstoffkerne – im menschlichen Körper zu magnetisieren. Grob gesprochen richten sich die Protonen parallel zum Magnetfeld aus. Diese Magnetisierung ist bei 3 Tesla doppelt so groß wie bei 1.5 Tesla.

Um ein Signal zu erzeugen, aus dem dann das MRT-Bild berechnet werden kann, müssen die magnetisierten Protonen „angeregt“ werden, was mit Radiofrequenzwellen der entsprechenden Frequenz geschieht: ca. 64 MHz bei 1.5 Tesla, ca. 128 MHz bei 3 Tesla.

Das MR-Signal, genauer das Signal-zu-Rausch (SNR) Verhältnis – steigt bei niedrigen Feldstärken etwa mit dem Quadrat der Feldstärke (SNR ~ B07/4), bei höheren Feldstärken nur noch linear (SNR ~ B0).

Die benötigte Radiofrenzenergie, um die Protonen vollständig anzuregen und damit das volle Signal für die Bildgebung zu erreichen, steigt jedoch mit dem Quadrat der Feldsärke an: SAR ~ B02α2, wobei α die Stärke des Radiofrequenzpulses ist (der “Flipwinkel”). Sie ist somit bei 3 Tesla viermal so hoch wie bei 1.5 Tesla!

Durch die Absorption der Radiofrequenzenergie (RF-Energie) erhitzt sich der Körper. Daher ist die maximal nutzbare RF-Energie in kommerziellen, in der Medizin eingesetzten, Kernspintomographen streng begrenzt. Steigt die magnetische Feldstärke B0 an, muss die Stärke der zur Bilderzeugung verwendeten Radiofrenquenzpulse α herabgesetzt werden.

Das führt nur dazu, dass das bei 3 Tesla theroretisch verfügbare höhere Signal nicht genutzt werden kann, wenn vermieden werden soll, dass der Patient durch Erhitzung Schaden nimmt.

Diese Einschränkungen gelten nicht für die Radiofrequenzspulen, Antennen, die das zur Bildgebung benötigte Signal empfangen. Je kleiner die sogenannte RF-Spule und je näher sie am abzubildenden Objekt platziert ist, desto höher ist das empfangene Signal. Da die Prostata nach hinten direkt an den Enddarm angrenzt, kann eine kleine, sogennante Endorektal-Spule direkt hinter der Prostata platziert werden und verdoppelt4 das für die Bildgebung verfügbare Signal.

Generell kann daher gesagt werden:

Empfehlung: Lassen Sie 3 Tesla MRTs Ihrer Prostata nur mit Endorektalspule oder zumindest nach Entleerung des Enddarmes durch Abführmittel und/oder Füllung des Enddarmes mit einer suszeptibilitätsneutralen Flüssigkeit durchführen – damit Sie nicht umsonst „in der Röhre“ waren.

1,5 Tesla mit endorektaler Spule
3 Tesla ohne endorektale Spule

Erstes und zweites Bild: MRT-Bilder der Prostata aufgenommen mit einem 3 Tesla Scanner OHNE Endorektalspule. Die Bilder haben einen hohen Rauschanteil. Das Karzinom (Pfeil) ist weder auf den morphologischen T2-Bildern (links) noch auf den funktionellen ADC-Maps (rechts) gut dargestellt.

Drittes und viertes Bild: 1.5 Tesla Bilder MIT Endorektalspule: Das Karzinom ist jetzt auf allen Bildern klar abgebildet.

Luft im Rektum – Prostata weg:

Das Problem von Suszeptibilitäts-Artefakten bei 3 Tesla

3 Tesla MRT-Scanner stellen Herausforderungen an die Nutzer, die nur von wenigen Experten gemeistert werden. Es braucht fundierte Kenntinisse in Physik, über die die meisten Ärzte nicht verfügen.

So wird bei den meisten MRT-Aufnahmen der Prostata nicht darauf geachtet, ob sich Luft im Enddarm befindet. Denn Magnetfelder reagieren empfindlich auf die unterschiedliche magnetische Leitfähigkeit (Suszeptibilität) von Luft und wasserhaltigen Geweben – wie sie an der Grenzfläche vom luftgefüllten Darm und der direkt davor liegenden Prostata auftreten. Diese sogenannten Suszeptibilitätsunterschiede führen zu einer Verzerrung des Magnetfeldes und damit zu Signalauslöschungen, die insbesondere die rektumnahe Außenzone der Prostata betreffen – dort wo sich 70 bis 80% aller Karzinome befinden!

Abbildung 2: Ein Fall aus der Praxis: Die Prostata (grüne Umrandung) liegt direkt vor dem luftgefüllten Enddarm (*) – rechtes Bild. Im linken Bild ist die Prostata nur noch als halbmondförmige Struktur abgebildet (gelbe Umrandung), der hintere, rektumnahe Anteil der Prostata ist durch einen Suszeptibilitätsartefakt ausgelöscht (rote Fläche). Die Luft im Rektum scheint sich bis über die Außenzone der Prostata auszudehnen. Eine Bewertung, ob ein Karzinom vorliegt, ist hier nicht mehr möglich.

Diagnostik – Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Gleason-Score und wie bewertet man die Aggressivität von Prostatakrebs?

Der sogenannte Gleason-Score ist ein Maß für die Aggressivität von Prostata Krebs. Er ergibt sich anhand der mikroskopischen Schnitte, welche der Pathologe von den Biopsie-Proben anfertigt. Der Gleason-Score ist elementarer Bestandteil vom sogenannten Grading (Einteilung in Differenzierungsgrade) des Prostata Karzinoms. Zusätzlich zum Grading bedarf es stets dem Staging (Stadienbestimmung, TNM-Klassifikation), am besten mittels MRT.
Etwas simplifiziert lässt sich zusammenfassen:
Gleason-Score 3+3 = 6
Selten geht von Prostatakrebs mit diesem Gleason-Score ein hohes Risiko aus.
Die 10-Jahres Überlebenswahrscheinlichkeit ist über 99%.
Liegt dieser Gleason-Score ausschließlich vor, sollte Active Surviellance, Watchful Waiting oder eine schonende fokale Therapie mit IRE/NanoKnife in Betracht gezogen werden. Radikale Therapien bringen hier keinen Überlebensvorteil, aber viele unnötige Nebenwirkungen. Lassen Sie sich von uns beraten.
Gleason-Score 3+4 = 7a
Der häufigste Gleason-Score. Von Prostatakrebs mit diesem Gleason-Score geht ein mittleres Risiko aus.
Sterberisiko ist hier stark von PSA-Wert und Ausbreitung abhängig.
Hier sollte eine Therapie in Betracht gezogen werden. Sowohl fokale als auch radikale Therapien machen hier Sinn.
Umso wichtiger ist eine perfekte Diagnostik und Beratung bei diesem Gleason-Score.
Statistisch sind radikale Therapien beim mittleren Gleason-Score am wirksamsten (= reduction of prostate cancer specific mortality). Lassen Sie sich von uns beraten.
Gleason-Score 4+3 = 7b
Ähnlich wie Gleason-Score 7a, jedoch mit überwiegender Last zu dem riskanteren 4-er Pattern.
Oft ist die Bewertung zwischen 7b und bereits 8 schwer und sehr Pathologen-subjektiv.
Ausbreitungsabschätzung (auch mittels MRT) ist hier sehr wichtig.
Gleason-Score 4+4 = 8
Ab hier spricht man immer (unabhängig von Alter oder PSA-Wert) von einem Hoch-Risiko-Prostatakarzinom.
Die Überlebenswahrscheinlichkeit auf 10 Jahre gerechnet ist zwar immer noch hoch (vergleichsweise zu anderen Krebsarten), jedoch hat dieser Prostatakrebs in der Regel einen hohen Einfluss auf die Lebenserwartung des Patienten.
Insbesondere das Rezidivrisiko nach einer erfolgreichen Prostatakrebsbehandlung ist hier hoch.
Antihormonelle Therapie ist eventuell notwendig/empfehlenswert.
Gleason-Score 4+5 = 9 und 5+5 = 10
Diese höchsten Gleason-Scores findet man typischerweise in fortgeschrittenen Karzinomen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Karzinom bereits (Mikro-)Metastasen gebildet hat, ist deutlich höher.
Eine gute Beratung ist auch hier absolut essenziell.
Adjuvante (=unterstützende) Therapien zusätzlich zur Primärtherapie sind hier nicht unwahrscheinlich. Z.B. antihormonelle Therapie oder neuerdings Immunotherapien.
In dem folgenden Dokument erläutern wir näher:
Wie verhält sich das Risiko an Prostatakrebs zu sterben relativ zum Gleason-Score?
Wie verhält sich die Wahrscheinlichkeit ein Rezidiv zu entwickeln relativ zum Gleason-Score?
Prostatakrebs Informationen zu Therapieeffizienz, Heilungsrate und Überlebenswahrscheinlichkeit
Wichtig für den Patienten:
Der Gleason-Score ist eine subjektive Bewertung. Als solche unterliegt dieser einer intrinsischen Ungenauigkeit. Daher ist er zwar eine gute Näherung, aber niemals ein exaktes Maß, welches präzise das individuelle Risiko eines Patienten vorhersagen kann.
Zusätzlich zum Gleason-Score ist ebenso wichtig, wie viele Proben positiv waren und vor allem auch, welche Ausbreitung die MRT der Prostata zeigt. Diese Ausbreitungsabschätzung nennt sich Staging. Grading und Staging zusammen sind bei jedem Karzinom die ersten notwendigen Schritte vor jeder Therapie.

Welche Informationen bietet eine MRT-Untersuchung?

Eine MRT ist eine nichtinvasive, schmerzfreie Methode der medizinischen Bildgebung. Untersuchungen können damit ohne Strahlenbelastung durchgeführt werden. Eine MRT ermöglicht es, 3D-Aufnahmen anzufertigen sowie eine Vielzahl physikalischer Diagnostik-Parameter zu erheben. Kombiniert lassen diese Parameter außergewöhnlich verlässliche Aussagen zu den Gewebeeigenschaften an einer bestimmten Stelle innerhalb der Prostata zu – etwa im Falle eines Karzinoms. Eine MRT ist eine effektive Methode der medizinischen Bildgebung bei der Prostatauntersuchung und sollte im Falle eines vermuteten Prostatakrebses so schnell wie möglich durchgeführt werden.
Eine MRT-Untersuchung zeigt zudem das Ausmaß des Prostatakarzinoms und gibt Auskunft darüber, ob der Tumor auf die Prostata begrenzt ist oder sich bereits in umliegende Strukturen ausgebreitet hat (Staging). Dies ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum geht, die verschiedenen Behandlungsoptionen abzuwägen. Eine MRT gilt anderen Methoden wie Ultraschall, Histoscanning, Elastographie, CT (Computertomographie) und PET/CT (Positron-Emissions-Tomographie mit CT) gegenüber als überlegen. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollte eine MRT-Untersuchung der Prostata bei 1,5 oder 3,0 Tesla mittels einer endorektalen Spule erfolgen.
Fortschritte in der Entwicklung der MRT-Untersuchung haben dazu geführt, dass das Verfahren mittlerweile als Ganzkörperuntersuchung durchgeführt werden kann. Damit ersetzt die MRT sowohl die Knochenszintigraphie als auch CT-Untersuchungen als Staging-Tool bei sekundären Metastasen und befallenen Lymphknoten. Ganz ohne die Belastung durch ionisierende Strahlung bietet die MRT eine erhöhte Treffsicherheit und verringert die Untersuchungszeit von vier bis sechs Stunden bei einer Knochenszintigraphie auf etwa eine Stunde.
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Meine PSA-Werte steigen weiter an. Ich hatte bereits mehrere rektale Biopsien. Was kann ich tun?

Zunächst würden wir eine MRT-Untersuchung der Prostata empfehlen und anschließend entweder eine MRT-geführte Biopsie oder eine 3D-Biopsie, je nachdem ob eine oder mehrere auffällige Stellen entdeckt wurden.
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Kann jede Radiologie-Praxis eine MRT-Untersuchung durchführen?

Um die besten Ergebnisse zu erhalten, sollte bei der MRT-Untersuchung eine Endorektalspule verwendet werden (auch bei 3 Tesla). Oftmals sind die Ergebnisse einer Untersuchung bei 3 Tesla jedoch schlechter als bei 1,5 Tesla. Denn das stärkere Magnetfeld führt dazu, dass Suszeptibilitätsartefakte (Bildstörungen) verstärkt auftreten und die Energiedeposition (SAR – spezifische Absorptionsrate) höher ist.
Die endorektale Spule muss mit einer suszeptibilitätsneutralen Substanz gefüllt sein. Darüber hinaus ist die Berechnung und Interpretation vieler Parameter, wie Diffusion, Perfusion und MR-Spektroskopie, höchst komplex. Es gibt nur wenige Spezialisten, die über die nötigen Fachkenntnisse dafür verfügen.
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Die MRT zeigt einen verdächtigen Bereich. Was nun?

Wir empfehlen eine transperineale 3D-(Histologie-Mapping-)Biopsie anstelle einer transrektalen Stanzbiopsie. Denn diese Methode senkt das Infektionsrisiko deutlich. Das liegt daran, dass Proben dabei unter sterilen Bedingungen durch die Haut des Damms (Perineum) und nicht durch die Wand des Rektums gewonnen werden. Die Untersuchung wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Die 3D-Biopsie hat eine Genauigkeit von 80 bis 100 Prozent beim Nachweis eines Karzinoms. Bei einer konventionellen transrektalen Stanzbiopsie sind es nur 30 bis 35 Prozent. Die 3D-Biopsie liefert zudem einen verlässlichen Gleason-Score und eine exakte Abbildung, wie der Krebs innerhalb der Prostata verteilt ist. Es ist nur sehr selten nötig, diese Art von Untersuchung zu wiederholen.
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Kann eine MRT eine Biopsie ersetzen?

Für den Ausschluss und der Lokalisation eines klinisch relevanten Prostatakarzinoms: ja.
Bei der Bestimmung des Gewebes (Karzinom typ/grad): nur bedingt.
Sowohl die Diffusion als auch die 1H-MR-Spektroskopie kann Hinweise zur Aggressivität eines Karzinoms geben. Diese Hinweise kann nur eine histopathologische Analyse von Gewebeproben, die durch eine Biopsie entnommen wurden, bestätigen. Die hierdurch gewonnenen Befunde werden als Gleason-Score dokumentiert.
Eine Biopsie allein kann jedoch die MRT-Untersuchung nicht ersetzen. Eine MRT ermöglicht den Nachweis und die Lokalisierung karzinomatösen Gewebes, sodass dieses dann gezielt biopsiert und so Krebsgewebe für eine histopathologische Untersuchung gewonnen werden kann. So lassen sich Grad und Größe (Staging und Grading) des Tumors bestimmen.
In manchen Fällen, kann nach einer MRT die Biopsie übergangen und direkt zu einer Therapie geschritten werden. Dies sind jedoch Einzelfälle welche erst nach gründlicher Anamnese im Tumorboard erörtert werden können.
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Warum sind transrektale Biopsien unzureichend?

Bei transrektalen Biopsien werden zwischen sechs und zwölf Proben über den Enddarm entnommen, entweder blind oder mit der Hilfe von Ultraschall. Die Genauigkeit einer transrektalen Biopsie liegt bei 30 bis 35 Prozent, selbst wenn die Zahl der entnommenen Proben auf ein Maximum von 24 erhöht wird. Wenn man die jeweilige Probengröße (< 1 Millimeter Durchmesser, 10 bis 25 Millimeter Länge) bedenkt, wird klar, dass tatsächlich nur Gewebe aus einem kleinen Bereich der Prostata entnommen wird. Befindet sich der Tumor nicht in den biopsierten Bereichen, wird kein Krebsgewebe gesammelt.
Transrektale Biopsien werden durch das Einführen einer Biopsienadel in einen vorher festgelegten Bereich der Prostata durchgeführt. Die genaue Herkunft der Probe kann dabei nicht bestimmt werden (Genauigkeit von nur fünf bis 10 Kubikzentimeter), da bei der Gewebeentnahme kein Koordinatensystem verwendet wird. Außerdem können aufgrund der engen Verhältnisse im Rektum und des Einführwinkels, den die Biopsienadel erfordert, nicht alle Bereiche der Prostata einfach biopsiert werden. Beim transrektalen Verfahren trägt zudem jede Biopsienadel Fäkalien in die Prostata. Die damit einhergehende, steigende Gefahr einer Prostatitis (Entzündung der Prostata) beschränkt die Zahl der Biopsien, die vorgenommen werden können. Ob die genommenen Proben bei dieser Technik Krebszellen enthalten, hängt letztendlich vom Zufall ab.
Die transperineale Biopsie hingegen nutzt eine anatomisch genauere Methode, um Proben zu gewinnen und kommt auf eine Genauigkeit der Herkunft von 0,5 bis 1 Kubikzentimeter. Mit dieser Methode lassen sich die Proben fünf bis zwanzig Mal exakter lokalisieren als bei einer transrektalen Biopsie. Außerdem sind damit alle Bereiche der Prostata erreichbar. Auch besteht hier kein Risiko der Kontamination mit Fäkalien.
Trotz dieser Statistik hat die transrektale Biopsie immer noch ihren Platz bei der Diagnose großer Karzinome (Tumore). Vor einer radikalen Prostatektomie reicht es aus, wenn ein Karzinom anhand einer positiven Probe bestätigt wird, bevor die Prostata chirurgisch entfernt wird. Eine sanftere, fokale Therapie erfordert jedoch eine Vielzahl von Informationen zur Lage, die eine traditionelle Biopsie nicht bieten kann. Diese Informationen werden durch eine 3D-Histologie-Mapping-Biopsie gewonnen. Ein histologisches 3D-Modell der Prostata hilft dann bei der Therapieplanung und erlaubt eine präzise Behandlung, bei der nur die Krebszellen gezielt ausgewählt und zerstört werden.
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Was sind die Vor- und Nachteile der transperinealen oder 3D-Mapping-Biopsie?

Vorteile:
Präzise
Kein Infektionsrisiko
Minimale postoperative Schmerzen und Blutungen
Wird unter Vollnarkose durchgeführt
3D-Modell der Prostata
Nachteile:
Aufgrund der komplexen Planung und präzisen Durchführung ist diese Diagnosetechnik teurer als reguläre Biopsien.
Es ist auch möglich, gezielte MRT Biopsien durchzuführen (MRT-Targeted Biopsies oder Fusion Biopsies). Diese dienen jedoch einem anderen Zweck: Bei ihr geht es um die Bestätigung eines Karzinoms zur anschließenden radikalen Therapie und nicht zur Planung einer fokalen Therapie.
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Nach einer Biopsie wurde Krebs festgestellt. Wie sollte ich nun weiter vorgehen?

Um die beste Behandlung auszuwählen zu können, sollte man Ausbreitung und Typ des Karzinoms (Tumor) genau kennen. Dies bezeichnet man als Staging und Grading.
Staging:
Verteilung des Karzinoms innerhalb der Prostata.
Ausbreitung des Karzinoms außerhalb der Prostata in andere Organe im Becken (Samenblasen, Beckenboden, etc.)
Streuung des Karzinoms in andere Organe, Lymphknoten und/oder Knochen.
Grading:
Histologisches Aussehen des Karzinoms
Karzinomtyp
Aggressivität des Tumors
Personenbezogene Faktoren werden ebenfalls berücksichtigt:
Alter des Patienten
Allgemeiner Gesundheitszustand
Sexuelle und allgemeine Aktivität
Größe der Prostata
PSA-Werte
Wenn all diese Parameter ermittelt wurden, können sie dazu herangezogen werden, aus einer großen Bandbreite von Möglichkeiten die am besten geeignete Behandlung auszuwählen:
Beobachten und abwarten – aktive Überwachung (active survaillance)
Fokale Therapie: NanoKnife, HIFU, Laser, RFA, etc.
Partielle oder radikale Prostatektomie
Brachytherapie, Afterloading, CyberKnife, Protonenstrahlentherapie, konventionelle Strahlentherapie, etc.
Hormonblockade
Chemotherapie
Immuntherapie
Wir beraten Sie gern sowohl zu konventionellen wie auch modernen Therapiemethoden.
Keine Angst: Da die Prostata und damit auch der Prostatakrebs typischerweise nur langsam wächst, haben Sie genug Zeit, sich umfassend zu informieren und Expertenmeinungen zu sammeln. Das Ziel jeder Therapie sollte sein, den Prostatakrebs zu kontrollieren und gleichzeitig Komplikationen wie Impotenz, Inkontinenz oder Strahlenschäden zu vermeiden.
Gemeinsam können wir eine Strategie entwickeln, die die optimale Diagnostik und Behandlung für Ihren Prostatakrebs bietet.
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Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten für Diagnostik und Behandlung?

Die Frage, welche Kosten übernommen werden, sollten Sie direkt mit Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung abklären. Die Kosten für die endorektale MRT und die 3D-Biopsie werden von den Krankenkassen jedoch nicht übernommen.

Auch bei einer privaten Krankenversicherung empfehlen wir, zu klären, welche Kosten für Diagnostik und Therapie die Krankenversicherung genau übernimmt, bevor Sie ein Verfahren durchführen lassen. Wir stellen Ihnen dazu gern Informationen zur Verfügung.
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Wenn ich mich entscheide, selbst zu zahlen, welche Kosten kann ich erwarten?

Sowohl die Kosten der Multiparameter-MRT als auch der 3D-Biopsie hängen stark vom Einzelfall ab.
Kontaktieren Sie uns, um eine genaue Einschätzung für Ihren konkreten Fall zu erhalten.

Referenzen
  1. Ahmed HU, El-Shater Bosaily A, Brown LC, et al. Diagnostic accuracy of multi-parametric MRI and TRUS biopsy in prostate cancer (PROMIS): a paired validating confirmatory study. Lancet. 2017 Feb 25;389(10071):815-822. doi: 10.1016/S0140-6736(16)32401-1
  2. Gaunay G, Patel V, Shah P, et al. Role of multi-parametric MRI of the prostate for screening and staging: Experience with over 1500 cases. Asian Journal of Urology (2017) 4, 68e74
  3. Mehralivand S, Shih JH, Rais-Bahrami S, et al. A Magnetic Resonance Imaging–Based Prediction Model for Prostate Biopsy Risk Stratification. JAMA Oncol. 2018;4(5):678-685. doi:10.1001/jamaoncol.2017.5667
  4. Abschätzung bei 1 – 2 cm Eindringtiefe, abhängig von der RF-Spule und meheren anderen Parametern.
  5. Yuan Q, Xi Y, Rofsky NM, et al. Comparison of prostate cancer detection at 3-T MRI with and without an endorectal coil: A prospective, paired-patient study
  6. Epstein JI: Pathology of prostatic neoplasia. In: Campbell's Urology, 8th ed, Walsh PC (Ed), Saunders, Philadelphia 2002