NanoKnife Fokale Therapie
Eine revolutionäre Behandlung von Prostatakrebs
Nach der Diagnose Prostatakrebs stehen Patienten oft vor zwei Optionen: die Prostata operativ entfernen zu lassen oder sie zu bestrahlen. Diese klassischen Ganzdrüsen-Behandlungen sind weltweit noch immer Standard – sie gehen jedoch häufig mit gut dokumentierten, teils dauerhaften Nebenwirkungen einher.
In der Vitus Privatklinik haben wir die klinische Anwendung der Irreversiblen Elektroporation (IRE) mit der NanoKnife-Technologie zur Behandlung von Prostatakrebs mitentwickelt und geprägt. Diese nicht-thermische fokale Therapie arbeitet mit feinen Nadelelektroden, die gezielt nur den Tumor behandeln und dabei umliegende Nerven, Gefäße und gesundes Gewebe schonen.
Es handelt sich um ein minimalinvasives Verfahren, das Krebszellen beseitigen soll – bei Erhalt von Kontinenz, Potenz und Lebensqualität.
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Unser wichtigstes Anliegen bei der Wahl einer Prostatakrebs-Therapie ist simpel: Lassen Sie sich nicht drängen. Prostatakrebs wächst oft langsam. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen genügend Zeit bleibt, um Optionen in Ruhe zu verstehen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Nehmen Sie sich die Zeit, jede Therapie genau kennenzulernen – denn manche Behandlungswege schränken spätere Möglichkeiten ein. Ein Vorteil der NanoKnife-IRE ist, dass sie zukünftige Optionen offenlässt: Falls es irgendwann nötig sein sollte, können Operation oder Bestrahlung weiterhin durchgeführt werden.
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Irreversible Elektroporation (IRE) mit NanoKnife
Was ist IRE?
Die Irreversible Elektroporation (IRE) mit NanoKnife ist ein nicht-thermisches Ablationsverfahren, das Krebszellen zerstört und dabei umliegende Nerven, Gefäße und Bindegewebe erhält.
Da IRE weder Hitze noch Kälte einsetzt, werden thermische Schäden an Nerven und Nachbarstrukturen vermieden. Der Eingriff erfolgt über dünne Nadelelektroden statt über chirurgische Schnitte – dadurch entstehen kaum Narben und nur sehr geringe behandlungsbedingte Schmerzen.
IRE ist damit eine echte minimalinvasive Option, die die Kontinenz erhält und das Risiko einer Impotenz im Vergleich zu klassischen Ganzdrüsen-Behandlungen deutlich reduziert.
In der Vitus Privatklinik haben wir NanoKnife-IRE früh klinisch etabliert – u. a. durch eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Boris Rubinsky, einem der Erfinder der Technologie. Mit über 2.000 durchgeführten Prostata-IRE-Behandlungen haben wir Techniken entwickelt und verfeinert, die die Behandlungsfähigkeit deutlich erweitern. So können wir neben lokal begrenztem Prostatakrebs auch viele Tumoren mit intermediärem Risiko sowie ausgewählte fortgeschrittene Fälle präzise behandeln.
Warum Vitus?
- Über 2.000 IRE-Behandlungen der Prostata durchgeführt
- Direkte Zusammenarbeit mit dem Erfinder der medizinischen IRE
- Manuelle Elektroden-Platzierung, über mehr als ein Jahrzehnt verfeinert
Videos über unsere NanoKnife (IRE)-Behandlung von Prostatakrebs
Wie IRE funktioniert
Bei einer NanoKnife-IRE-Behandlung werden dünne Nadelelektroden in die Zielzone der Prostata eingebracht. Zwischen ihnen werden kurze Hochspannungsimpulse abgegeben. Diese lösen die Irreversible Elektroporation aus: In den Zellmembranen der Krebszellen entstehen dauerhaft winzige Poren, wodurch die Tumorzellen absterben – während Nerven, Blutgefäße und Bindegewebe geschont bleiben.
Die meisten Kliniken verwenden ein starres Raster zur Elektrodenplatzierung. Das setzt jedoch eine flache, zweidimensionale Tumorform voraus – was der tatsächlichen dreidimensionalen Tumorgeometrie selten entspricht. In Vitus arbeiten wir deshalb mit einer manuellen Elektrodenplatzierung, die wir über mehr als zehn Jahre an komplexen Fällen perfektioniert haben.
Jede Elektrode wird unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle positioniert. Dadurch sind individuelle Winkel, Echtzeit-Anpassungen und deutlich mehr Kontrolle möglich. Unser Ziel ist immer gleich: Die Ablationszone exakt an die reale, dreidimensionale Tumorform anzupassen – damit ausschließlich der Krebs behandelt und gesundes Gewebe zuverlässig geschont wird.
Behandlung Prozess
Jede NanoKnife-Behandlung beginnt mit einer detaillierten Diagnostik. In Vitus umfasst dies eine multiparametrische MRT, die von unserem Prostata-Bildgebungsteam ausgewertet wird, sowie eine 3D-Sättigungsbiopsie, um alle Tumorherde sicher zu identifizieren.
Beide Untersuchungen sind entscheidend, um die exakten Tumorgrenzen festzulegen, da NanoKnife selbst keine Krebsherde erkennt.
Auf Basis von MRT- und Biopsiedaten erstellen unsere Ärzte und Physiker mithilfe individueller 3D-Simulationen die Ablationszone und einen präzisen Behandlungsplan.
Der Eingriff wird unter Narkose durchgeführt, damit Sie sich rundum wohl fühlen.
Die feinen Nadelelektroden werden durch den Damm (Perineum) eingeführt und unter permanenter endorektaler Ultraschallführung rund um den Tumor positioniert. Da die Prostata klein ist und von wichtigen Strukturen umgeben wird, ist höchste Präzision nötig – und damit viel Erfahrung.
Sind die Elektroden korrekt platziert, wird das NanoKnife-System gemäß Ihrem Behandlungsplan programmiert. Anschließend werden kurze elektrische Impulse zwischen den Elektroden abgegeben. Diese dauern nur wenige Millionstel Sekunden, wodurch keine Wärme entsteht und thermische Schäden verhindert werden.
Die eigentliche Impulsphase dauert nur Sekunden bis wenige Minuten.
Nach dem Entfernen der Elektroden schließen sich die kleinen Einstichstellen sofort. Die meisten Patienten haben kaum oder gar keine Schmerzen; unangenehm kann vor allem der vor dem Eingriff gelegte Blasenkatheter sein. Dieser wird in der Regel nach 10 bis 14 Tagen entfernt.
Insgesamt bleiben Patienten etwa 48 Stunden in der Klinik: Aufnahme am ersten Tag, Behandlung am zweiten Tag, Entlassung am folgenden Morgen. Danach können die meisten Patienten rasch wieder leichte Alltagsaktivitäten aufnehmen.
Kleine Blutspuren im Urin oder in der Samenflüssigkeit über einige Wochen sind üblich und Teil des Heilungsprozesses, da der Körper das abladierte Gewebe in den nächsten Monaten schrittweise abbaut.
Vorteile der NanoKnife Behandlung
Eine kurze, schonende Behandlung.
- Einmalige Behandlung an nur einem Tag
- Höchste bisher erreichte Potenzerhaltsrate*.
- Statistisch 0% Inkontinenz**, ***
- Keine chirurgischen Schnitte
- Keine aufwändige Nachsorge notwendig
- Keine höhere Rezidivrate als bei radikalen Verfahren**.
- Behandlung auch nach Ektomie oder Strahlentherapie
- Sekundäre immunologische Vorteile
- Die meisten Männer (90-95 Prozent), die mit dem NanoKnife Verfahren behandelt wurden, behalten ihre Potenz.
- ** Die bisher erhaltenen und veröffentlichten Statistiken basieren auf 600 Patienten, die über 6 Jahre behandelt wurden. Das Vitus Prostate Center ist Teil der multizentrischen Registerstudie NCT02255890, deren Ergebnisse jedoch noch unveröffentlicht sind.
- Harninkontinenz ist der Verlust der Fähigkeit, Urin sicher zu speichern bzw. kontrolliert zu entleeren. Eine Langzeitstudie nach Prostatektomie** definiert Inkontinenz sinnvollerweise als Bedarf von zwei oder mehr Einlagen pro Tag 12 Monate nach der Operation.
- **** Sacco E, Prayer-Galetti T, Pinto F, et al. Urinary incontinence after radical prostatectomy: incidence by definition, risk factors, and temporal trend in a large series with a long-term follow-up. BJU Int. 2006;97:1234-41.
- Syan, Raveen, and Victor W. Nitti. „Post-prostatectomy Incontinence Initial Evaluation.“ Urinary Dysfunction in Prostate Cancer. Springer, Cham, 2016. 15-30.
Kombinationstherapien
Auch wenn IRE mit NanoKnife unsere bekannteste Methode ist, bieten wir weitere minimalinvasive Verfahren an. Manche Patienten profitieren von Kombinationstherapien – insbesondere bei wiederkehrendem Prostatakrebs oder komplexerer Tumorbiologie. In Vitus stehen fortgeschrittene fokale Techniken zur Verfügung, die bei Bedarf mit IRE kombiniert werden können, darunter auch Verfahren, die nur bei uns verfügbar sind.
Alle Prostatakrebs-Behandlungen ansehen →
IRECT (IRE + ECT)
IRECT ist eine in der Vitus Privatklinik entwickelte Kombinationstherapie aus Irreversibler Elektroporation und Elektrochemotherapie. Sie richtet sich an fortgeschrittene oder schwer zugängliche Prostatatumoren – auch bei Rezidiven nach Operation, Bestrahlung oder HIFU.
Dabei wird ein Teil des Tumors sofort durch IRE zerstört. In angrenzenden Bereichen werden elektrische Impulse eingesetzt, die die Aufnahme eines niedrig dosierten Chemotherapeutikums verstärken. So können verbleibende Krebszellen über mehrere Wochen schrittweise eliminiert werden, während Nerven, Gefäße und Schließmuskelfunktion erhalten bleiben.
Immuntherapie mit fokaler Therapie
In der Vitus Privatklinik kombinieren wir IRE gezielt mit Immuntherapie, um die körpereigene Abwehr stärker einzubeziehen. Wenn IRE Tumorzellen zerstört, werden Tumorantigene freigesetzt, die über das Lymphsystem dem Immunsystem helfen können, Krebszellen besser zu erkennen. Diese natürliche Aktivierung unterstützen wir durch immunstimulierende Medikamente, um die Gesamtreaktion des Immunsystems zu verstärken.
Ziel ist eine präzise lokale Tumorkontrolle – und zugleich die Unterstützung des Körpers dabei, eventuell vorhandene Krebszellen außerhalb des Behandlungsareals zu identifizieren und zu bekämpfen.
Häufig gestellte Fragen
Männer mit einem durch MRT und Biopsie bestätigten Prostatakrebs. Die endgültige Eignung hängt von der Lage des Tumors, den Ergebnissen der Bildgebung und früheren Behandlungen ab. Aufgrund unserer Erfahrung mit innovativen NanoKnife IRE-Techniken können viele Männer, die in anderen Zentren nicht als Kandidaten in Frage kommen, dennoch bei Vitus behandelt werden. Eine Überprüfung Ihrer MRT- und Biopsie-Ergebnisse ist erforderlich. kontaktieren Sie unser Team, um die Eignung zu bestätigen →
IRE nutzt elektrische Impulse statt Hitze oder Kälte. Dadurch kann Tumorgewebe behandelt werden, ohne Nerven oder Nachbarstrukturen thermisch zu schädigen. Harn- und Potenzfunktion werden so meist besser erhalten als bei thermischen Verfahren wie HIFU oder Kryotherapie.
Bei den meisten Männern wird der gezielt behandelte Tumorbereich mit einer einzigen Sitzung vollständig eliminiert. Verlaufskontrollen mit MRT und PSA dienen der Beurteilung des Therapieerfolgs. Bei passend ausgewählten Patienten sind kurz- und mittelfristige Ergebnisse mit radikalen Therapien vergleichbar – bei deutlich weniger langfristigen Nebenwirkungen.
Meist treten nur milde, kurzfristige Beschwerden auf, z. B. Brennen beim Wasserlassen, Schwellung oder vorübergehende Harnverhaltung. Da die Behandlung nicht-thermisch ist, sind langfristige Probleme wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen deutlich seltener als nach OP oder Bestrahlung.
Ja. NanoKnife schränkt spätere Optionen nicht ein. Falls der Krebs zurückkehrt oder fortschreitet, sind Operation oder Bestrahlung weiterhin möglich.
Die Nachsorge umfasst regelmäßige PSA-Kontrollen und MRT-Untersuchungen, um das Behandlungsareal zu beurteilen und frühe Rezidive zu erkennen. Viele Patienten lassen die Nachsorge bei ihrem lokalen Urologen durchführen – mit Unterstützung unseres Teams.
Ja. IRE kann sicher wiederholt werden, wenn ein Rezidiv entsteht oder ein neuer Tumorherd auftritt. Diese Wiederholbarkeit ist ein zentraler Vorteil der fokalen Prostatakrebs-Therapie.