Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) bei Prostatakrebs
Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) ist eine Behandlungsmethode bei Prostatakrebs, bei der gebündelte Ultraschallenergie eingesetzt wird, um gezielt Gewebe zu zerstören – ohne chirurgische Schnitte oder ionisierende Strahlung. Für Männer, die nach Alternativen zur radikalen Prostatektomie oder Strahlentherapie suchen, kommt HIFU häufig als minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit infrage.
HIFU ist zwar ein Schritt hin zu einer Behandlung von Prostatakrebs, bei der Funktion und Lebensqualität möglichst erhalten bleiben sollen, dennoch ist das Verfahren nicht frei von möglichen Nebenwirkungen und Risiken.
Im Folgenden erklären wir, wie HIFU funktioniert, für wen die Behandlung geeignet sein kann, wie sie abläuft und wie sie sich von anderen Behandlungen bei Prostatakrebs unterscheidet.
Das Wichtigste in Kürze
- Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) ist eine nichtinvasive Behandlung von Prostatakrebs, bei der gebündelte Ultraschallenergie das Zielgewebe erhitzt und zerstört.
- Das Verfahren wird am häufigsten bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs eingesetzt, insbesondere wenn sich der Tumor auf einen klar abgegrenzten Bereich der Prostata beschränkt.
- HIFU wird häufig als fokale Therapie durchgeführt, bleibt jedoch ein thermisches Verfahren und kann umliegende Strukturen beeinträchtigen. Das Risiko für Beschwerden beim Wasserlassen und sexuelle Funktionsstörungen hängt von der Lage des behandelten Bereichs ab.
- Nichtthermische fokale Therapien bieten eine Alternative zu anderen Behandlungen, da sie Krebs ohne Hitze oder Strahlung behandeln. Ziel ist es, umliegende Strukturen zu schonen und die Immunantwort zu unterstützen.
Was ist hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)?
Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) ist eine nichtinvasive Behandlung, bei der gebündelte Ultraschallenergie Krebszellen durch Erhitzen des Zielgewebes zerstört. Statt die gesamte Drüse zu behandeln, wird HIFU meist als fokale Therapie durchgeführt, bei der nur ausgewählte Bereiche behandelt werden.
Bei der Behandlung werden mehrere Ultraschallstrahlen auf einen exakt bestimmten Punkt gebündelt. Dort, wo die Strahlen zusammentreffen, konzentriert sich die Energie und die Gewebetemperatur steigt an, während das umliegende Gewebe entlang des Strahlenverlaufs weitgehend unbeeinträchtigt bleibt.
Um diese präzise Ausrichtung zu ermöglichen, wird die Behandlung mithilfe bildgebender Verfahren geplant und durchgeführt. Meist kommt eine ultraschallgestützte Bildgebung zum Einsatz, um den Behandlungsbereich festzulegen.
Trotz dieser Präzision bleibt HIFU ein thermisches Verfahren. Wie bei allen hitzebasierten Methoden besteht das Risiko einer unbeabsichtigten Erwärmung benachbarter Strukturen. Je nach Lage und Umfang des behandelten Bereichs kann dies zu Beschwerden beim Wasserlassen oder sexuellen Funktionsstörungen führen.

Eignung für HIFU und Patientenauswahl
HIFU wird im Allgemeinen bei Männern mit Prostatakrebs mit niedrigem bis mittlerem Risiko erwogen, insbesondere wenn sich der Tumor auf einen einzelnen, klar abgegrenzten Bereich beschränkt. Bei aggressiven Hochrisikotumoren oder weiter ausgedehnten Erkrankungen, die mehrere Bereiche betreffen, ist das Verfahren weniger geeignet.
Die meisten geeigneten Patienten haben einen Gleason-Score von 6 oder 7 und Tumoren, die vor der Behandlung im MRT sichtbar sind.
Obwohl die HIFU-Technologie von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung von Prostatagewebe zugelassen wurde, wird sie von den meisten Fachgesellschaften nicht allgemein als Erstlinientherapie empfohlen. Für manche Männer kann HIFU jedoch infrage kommen, wenn eine Operation oder Strahlentherapie vermieden werden soll und eine aktive Überwachung nicht gewünscht ist.
Der HIFU-Behandlungsablauf
Die HIFU-Behandlung umfasst die Planung vor dem Eingriff, die gezielte Ultraschallablation und eine kurze Erholungsphase mit festgelegten Nachsorgeuntersuchungen. Einzelheiten können sich je nach Behandlungszentrum geringfügig unterscheiden; der folgende Ablauf entspricht jedoch dem üblichen Vorgehen.
Die HIFU-Behandlung beginnt mit einer Voruntersuchung, die üblicherweise einige Wochen vor dem Eingriff stattfindet. Dabei werden der allgemeine Gesundheitszustand, die aktuell eingenommenen Medikamente und die Eignung für eine Vollnarkose beurteilt.
Zu diesem Zeitpunkt erfolgt außerdem eine ultraschallgestützte Untersuchung, aus der ein dreidimensionales Behandlungsmodell erstellt wird. Dieses dient dazu, den Zielbereich der Ablation festzulegen.
Am Behandlungstag erhalten die Patienten einen Einlauf zur Entleerung des Enddarms. Nachdem dieser gewirkt hat, werden sie in Vollnarkose versetzt. Anschließend wird ein Blasenkatheter gelegt.
Nach Abschluss der Vorbereitungen wird eine Ultraschallsonde in den Enddarm eingeführt, um gebündelte Ultraschallenergie an die Prostata abzugeben. Die hochintensiven fokussierten Ultraschallwellen erhitzen das ausgewählte Prostatagewebe auf etwa 70–90 °C und zerstören dadurch die Zellen.
Der gesamte Eingriff dauert in der Regel zwischen einer und vier Stunden.
Da es sich um eine minimalinvasive Behandlung handelt, können die meisten HIFU-Patienten noch am selben Tag nach Hause zurückkehren. Viele nehmen ihre normalen Alltagsaktivitäten kurze Zeit später wieder auf.
Der Blasenkatheter bleibt üblicherweise zunächst liegen, um das Risiko eines Harnverhalts durch eine vorübergehende Schwellung zu verringern. Nach einigen Tagen bis Wochen wird der Katheter bei einem Nachsorgetermin entfernt.
Nach der Behandlung werden üblicherweise PSA-Blutuntersuchungen nach 3, 6 und 12 Monaten empfohlen, um das Ansprechen auf die Behandlung zu kontrollieren.
Mögliche Vorteile von HIFU bei der Behandlung von Prostatakrebs
HIFU wird häufig von Patienten erwogen, die eine minimalinvasive Behandlung suchen, bei der Tumorkontrolle und der Erhalt der Lebensqualität möglichst miteinander in Einklang gebracht werden sollen. Die Ergebnisse hängen zwar von den individuellen Merkmalen der Erkrankung und der Behandlungsplanung ab, dennoch werden mit diesem Ansatz mehrere mögliche Vorteile verbunden.
- Minimalinvasives Verfahren: HIFU kommt ohne chirurgische Schnitte und ionisierende Strahlung aus. Dadurch kann die behandlungsbedingte Belastung des umliegenden Gewebes geringer sein.
- Kürzere Erholungszeit: Viele Patienten können relativ bald nach der Behandlung zu ihren normalen Alltagsaktivitäten zurückkehren.
- Flexible Behandlungsmöglichkeiten: Wenn der Prostatakrebs im behandelten Bereich erneut auftritt, kann HIFU in manchen Fällen wiederholt werden. Dies hängt von der Anatomie und den Auswirkungen vorheriger Behandlungen ab.
- Lokale Tumorkontrolle: Bei vielen Patienten lässt sich die Erkrankung innerhalb des gezielt behandelten Bereichs kontrollieren. Wird jedoch außerhalb dieses Bereichs Krebs festgestellt, kann eine zusätzliche Behandlung erforderlich sein.
- Möglicher Funktionserhalt: Da die Behandlung auf ausgewählte Bereiche der Prostata begrenzt wird, kann HIFU im Vergleich zu einer Operation oder Strahlentherapie dazu beitragen, die Harnkontinenz und Sexualfunktion zu erhalten.
Nebenwirkungen, Risiken und Einschränkungen von HIFU bei Prostatakrebs
HIFU wird im Allgemeinen gut vertragen und ist darauf ausgelegt, die Nebenwirkungen gegenüber aggressiveren Behandlungen zu verringern. Dennoch handelt es sich um ein thermisches Verfahren mit wichtigen Risiken und Einschränkungen, die berücksichtigt werden sollten.
- Vorübergehende Beschwerden beim Wasserlassen: Eine Schwellung der Prostata nach der Behandlung kann während der Erholungsphase zu verstärktem Harndrang, häufigem Wasserlassen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen führen. Häufig ist vorübergehend ein Blasenkatheter erforderlich, bis die Schwellung abgeklungen ist.
- Blutungsbedingte Beschwerden: In der frühen Erholungsphase kann Blut im Urin, Sperma oder Enddarm auftreten. Dies klingt in der Regel von selbst wieder ab.
- Nebenwirkungen auf Harnwege und Sexualfunktion: Harninkontinenz und Erektionsstörungen können auftreten. Risiko und Schweregrad hängen von der Lage des behandelten Bereichs, dem Umfang der Ablation und der individuellen Anatomie ab.
- Weitere mögliche Komplikationen: Zu den selteneren Risiken zählen Harnverhalt, Infektionen, Veränderungen des Samenergusses, eine Verengung der Harnröhre (Harnröhrenstriktur) und in seltenen Fällen eine Verletzung des Enddarms.
- Grenzen thermischer Behandlungen: Als hitzebasiertes Verfahren birgt HIFU das Risiko einer unbeabsichtigten Schädigung von gesundem umliegendem Gewebe, insbesondere in der Nähe von Nerven, Blutgefäßen und Harnröhre.
- Begrenzte Langzeitdaten: Langzeitdaten zur dauerhaften Tumorkontrolle durch HIFU sind weniger umfassend als bei Operation oder Strahlentherapie. Bei einem erneuten Auftreten des Krebses kann eine zusätzliche Behandlung erforderlich sein.
HIFU im Vergleich zu anderen Behandlungen bei Prostatakrebs
HIFU ist eine von mehreren minimalinvasiven Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs. Im Folgenden vergleichen wir HIFU mit anderen häufig eingesetzten Therapien und zeigen die wichtigsten Unterschiede hinsichtlich Durchführung, Präzision und Einschränkungen auf.
Alternative Behandlungen bei Prostatakrebs →
HIFU im Vergleich zur Kryotherapie
Sowohl HIFU als auch die Kryotherapie sind fokale Behandlungen, die thermische Energie nutzen, um Prostatagewebe zu zerstören. Während HIFU Krebszellen mithilfe von Hitze zerstört, wird bei der Kryotherapie der betroffene Bereich eingefroren.
Die beiden Behandlungen unterscheiden sich auch darin, wie die Energie in das Gewebe eingebracht wird. Bei HIFU wird die Ultraschallenergie über eine einzelne Sonde abgegeben, während bei der Kryotherapie in der Regel mehrere Sonden direkt in die Prostata eingeführt werden.
Beide Behandlungen können bei einem erneuten Auftreten des Krebses wiederholt werden, sofern Anatomie und Auswirkungen vorheriger Behandlungen dies zulassen. Bei der Kryotherapie kann jedoch ein höheres Risiko für Nervenverletzungen und Komplikationen bestehen, wenn sich die Vereisung über den vorgesehenen Behandlungsbereich hinaus ausbreitet. Dies gilt insbesondere bei bestimmten anatomischen Gegebenheiten.
HIFU im Vergleich zu TULSA Pro
Sowohl HIFU als auch TULSA Pro nutzen Ultraschallenergie, um Prostatagewebe durch Hitze zu zerstören. Die beiden Behandlungen unterscheiden sich jedoch darin, wie die Energie abgegeben und der Eingriff bildgebend gesteuert wird.
Bei HIFU wird die Ultraschallenergie über den Enddarm abgegeben. TULSA Pro verwendet dagegen einen transurethralen Applikator, der in der Harnröhre positioniert wird. TULSA Pro wird während der Behandlung in Echtzeit durch MRT-Aufnahmen gesteuert, während bei HIFU die Planung und Durchführung üblicherweise ultraschallgestützt erfolgen.
Aufgrund dieser Unterschiede wird TULSA Pro in der klinischen Praxis häufiger zur Ablation der gesamten Prostata eingesetzt, während HIFU meist als fokale Behandlung ausgewählter Bereiche der Prostata durchgeführt wird. Der bei TULSA Pro verwendete Zugang über die Harnröhre kann jedoch je nach Anatomie der Prostata den Zugang zu bestimmten Tumorlagen einschränken.
Beide Behandlungen sollen Nebenwirkungen gegenüber einer Operation oder Strahlentherapie reduzieren. Da es sich jedoch jeweils um thermische Therapien handelt, weisen sie bei der Behandlung von Bereichen in der Nähe empfindlicher Strukturen wie Nerven, Blutgefäßen und Harnröhre ähnliche Einschränkungen auf.
HIFU im Vergleich zu CyberKnife
HIFU und CyberKnife unterscheiden sich grundlegend darin, wie das Prostatagewebe behandelt wird. HIFU zerstört Prostatagewebe durch die Hitze gebündelter Ultraschallenergie, während CyberKnife Krebszellen mit hoch dosierter Strahlung behandelt.
HIFU wird meist als fokale Therapie eingesetzt, bei der ausgewählte Bereiche der Prostata behandelt werden. CyberKnife erfasst dagegen üblicherweise ein größeres Behandlungsvolumen. Anders als CyberKnife verwendet HIFU keine ionisierende Strahlung. Dadurch kann das Risiko einer strahlenbedingten Belastung des umliegenden Gewebes geringer sein.
Auch die Durchführung unterscheidet sich: HIFU erfolgt üblicherweise in einem einzigen Eingriff, während die CyberKnife-Behandlung auf mehrere Sitzungen verteilt wird. Strahlenbedingte Nebenwirkungen können Monate oder Jahre nach der CyberKnife-Behandlung auftreten, während Nebenwirkungen von HIFU eher früh während der Erholungsphase auftreten.
CyberKnife wird bei einem breiteren Spektrum von Risikogruppen des Prostatakrebses eingesetzt, darunter auch bei einigen Hochrisikofällen. HIFU kommt dagegen hauptsächlich bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit niedrigem bis mittlerem Risiko zum Einsatz.
Nicht-thermische Alternativen zu HIFU bei Prostatakrebs
Im Gegensatz zu thermischen minimalinvasiven Behandlungen bei Prostatakrebs zielen elektroporationsbasierte Therapien darauf ab, Krebszellen ohne Hitze, Strahlung oder Operation zu zerstören. Da thermische Schäden vermieden werden, sollen diese Verfahren das umliegende Gewebe möglichst schonen und bei ausgewählten Patienten mit Prostatakrebs dazu beitragen, Funktion und Lebensqualität zu erhalten.
Minimalinvasive Therapien bei Prostatakrebs →
Irreversible Elektroporation (IRE)
Die irreversible Elektroporation (IRE) nutzt kurze elektrische Impulse, um Krebszellen ohne Hitze zu zerstören. Dieser nichtthermische Ablationsansatz mit der NanoKnife®-Technologie trägt dazu bei, Begleitschäden am umliegenden Gewebe einschließlich Blutgefäßen und Nerven möglichst gering zu halten.
Daher wird IRE im Vergleich zu Operation, Strahlentherapie und thermischen fokalen Behandlungen mit niedrigeren Raten an Nebenwirkungen auf Harnwege und Sexualfunktion in Verbindung gebracht. Die klinische Erfahrung der VITUS Privatklinik mit mehr als 2.000 behandelten Patienten zeigt eine Potenzerhaltungsrate von 90–95 % und einen Kontinenzerhalt von 100 %.
Neben einem schonenderen Behandlungsprofil eignet sich IRE für ein breiteres Patientenspektrum als HIFU. Das Verfahren kann bei lokal begrenztem Prostatakrebs, Erkrankungen mit mittlerem Risiko und in ausgewählten fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Fällen eingesetzt werden, einschließlich metastatischer Rezidive.
Elektrochemotherapie
Die Elektrochemotherapie bei Prostatakrebs ist eine weitere spezialisierte Behandlungsmöglichkeit der VITUS Privatklinik. Bei diesem Verfahren werden kurze elektrische Impulse mit einer gezielten Verabreichung von Chemotherapie kombiniert. Die Zellmembranen der Krebszellen werden vorübergehend geöffnet, sodass sie den chemotherapeutischen Wirkstoff besser aufnehmen können.
Da das Medikament direkt am Tumor verabreicht wird, sind wesentlich geringere Chemotherapiedosen erforderlich. Dadurch lassen sich die systemischen Nebenwirkungen und die Belastung des Körpers, die üblicherweise mit einer konventionellen Chemotherapie verbunden sind, reduzieren.
In ausgewählten Fällen kann die Elektrochemotherapie mit irreversibler Elektroporation (IRECT) kombiniert werden, um fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Prostatakrebs zu behandeln. Dies schließt Erkrankungen ein, die empfindliche umliegende Strukturen wie Schließmuskel, Enddarm oder Blasenwand betreffen.
Immuntherapie
Das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle dabei, Prostatakrebszellen zu erkennen und zu kontrollieren, die sich über die Prostata hinaus ausgebreitet haben. Die Immuntherapie bei Prostatakrebs soll diesen Prozess unterstützen, indem sie die Fähigkeit des Immunsystems verbessert, Krebszellen zu erkennen und auf sie zu reagieren.
Eine Herausforderung besteht darin, dass Prostatakrebs häufig als immunologisch „kalt“ gilt. Das bedeutet, dass die Tumorzellen vom Immunsystem möglicherweise nicht leicht erkannt werden. Damit eine Immuntherapie wirksam sein kann, müssen die Krebszellen zunächst durch die Freisetzung prostataspezifischer Antigene für das Immunsystem sichtbar gemacht werden.
Thermische Behandlungsverfahren wie HIFU oder Kryotherapie zerstören Gewebe durch extreme Hitze beziehungsweise Kälte. Dabei können diese Tumorantigene geschädigt oder denaturiert werden. Nichtthermische Verfahren wie die irreversible Elektroporation (IRE), Elektrochemotherapie (ECT) und IRECT können Krebszellen dagegen ohne Hitze zerstören. Dadurch können prostataspezifische Antigene intakt bleiben und freigesetzt werden.
Nicht-thermische Behandlungsoptionen bei Vitus entdecken
Die VITUS Privatklinik ist auf nichtthermische, minimalinvasive Behandlungsansätze spezialisiert, die darauf ausgerichtet sind, umliegende Strukturen zu schonen und behandlungsbedingte Nebenwirkungen zu reduzieren.
Wenn Sie nach Alternativen zu einer Operation, Strahlentherapie oder thermischen fokalen Behandlungen wie HIFU suchen, kann unser Team gemeinsam mit Ihnen prüfen, ob Verfahren wie die irreversible Elektroporation, Elektrochemotherapie oder immuntherapeutisch unterstützte Ansätze für Ihren individuellen Fall geeignet sein könnten.
Kontaktieren Sie das Team der VITUS Privatklinik, um eine Fallprüfung anzufordern und zu besprechen, welche Behandlungsmöglichkeiten für Sie in Frage kämen.
FAQ
HIFU wird bei ausgewählten Patienten zur Behandlung von lokal begrenztem Prostatakrebs oder Prostatakrebs im Frühstadium eingesetzt. Das Verfahren wird meist als fokale Therapie angewendet, bei der gezielt ein bestimmter Tumorbereich behandelt wird, anstatt die gesamte Prostata zu behandeln. Es kommt in der Regel für Männer mit einer Erkrankung mit niedrigem bis mittlerem Risiko infrage.
HIFU kann für Männer mit lokal begrenztem Prostatakrebs geeignet sein, wenn sich der Tumor auf einen klar abgegrenzten Bereich beschränkt und in bildgebenden Untersuchungen sichtbar ist. Geeignete Patienten weisen üblicherweise günstige Biopsiebefunde, niedrigere PSA-Werte und eine Erkrankung auf, die keine Behandlung der gesamten Prostata erfordert.
Bei HIFU wird über eine spezielle Ultraschallsonde gebündelte Ultraschallenergie an das Zielgewebe in der Prostata abgegeben. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und mithilfe einer Echtzeit-Bildgebung. Dabei wird die Gewebetemperatur erhöht, um Krebszellen zu zerstören und gleichzeitig die Belastung umliegender Strukturen zu begrenzen.
Die meisten Nebenwirkungen nach HIFU sind vorübergehend und betreffen das Wasserlassen und die Sexualfunktion. Häufig treten kurzfristige Beschwerden beim Wasserlassen auf, etwa verstärkter Harndrang oder ein schwächerer Harnstrahl. Auch Erektionsprobleme sind möglich. Risiko und Schweregrad hängen von der Lage und dem Umfang des behandelten Bereichs ab.
Wenn HIFU nicht infrage kommt, bieten nichtthermische fokale Therapien wie die irreversible Elektroporation (IRE) oder Elektrochemotherapie eine minimalinvasive Alternative zu Operation und Strahlentherapie. Sie eignen sich für ein breiteres Patientenspektrum und ermöglichen einen besseren Erhalt der Harnkontinenz und Sexualfunktion.