VITUS Privatklinik

Behandlung von Harnröhrenverengungen (Harnröhrenstriktur) mit dem Optilume®-Katheter

Mehr Präzision in der Prostatakrebs-Diagnostik

Entdecken Sie unser neues 3-Tesla-MRT →

Kontakt

1. Was ist eine Harnröhrenstriktur?

Eine Harnröhrenstriktur ist eine narbige Verengung der Harnröhre. Die Harnröhre ist der Kanal, durch den der Urin aus der Blase nach außen abgegeben wird. Wenn sich dieser Kanal verengt, kann der Urin schlechter oder nur unter Druck abfließen.

Typische Beschwerden sind:

Die Ursache ist meist Narbengewebe, zum Beispiel nach Entzündungen, Verletzungen, Katheterisierungen oder Operationen. In vielen Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar.

2. Klassische Behandlung: Operation mit Schleimhauttransplantation

Bei längeren oder wiederkehrenden Harnröhrenverengungen ist die sogenannte Harnröhrenrekonstruktion (Urethroplastik) der klassische Standard.

Dabei wird die verengte Stelle operativ eröffnet und mit körpereigener Schleimhaut „verstärkt“ oder ersetzt. Häufig wird dafür Gewebe aus der Mundschleimhaut (Wange oder Unterlippe) entnommen.

Vorteile dieser Methode:

Nachteile:

3. Neue minimalinvasive Alternative: Optilume®-Katheter

Der Optilume®-Katheter ist eine neuere, minimalinvasive Behandlungsmethode für ausgewählte Harnröhrenstrikturen. Dabei handelt es sich um einen Ballonkatheter, der zusätzlich mit einem Medikament beschichtet ist.

Das Prinzip kombiniert zwei Effekte:

Das Ziel ist, die Harnröhre zu erweitern und gleichzeitig das Wiederauftreten der Verengung zu verringern.

4. Ablauf der Behandlung mit Optilume®

Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant oder mit kurzem stationären Aufenthalt.
Schritt für Schritt:

  1. Zunächst wird die Engstelle mittels Spiegelung (Zystoskopie) beurteilt
  2. Der Optilume®-Katheter wird in die Harnröhre eingeführt
  3. Der Ballon wird an der verengten Stelle aufgeblasen und erweitert die Harnröhre
  4. Gleichzeitig wird das Medikament in die Schleimhaut abgegeben


In vielen Fällen wird danach vorübergehend ein Blasenkatheter eingelegt, um die Heilung zu unterstützen.

5. Für wen ist Optilume geeignet?

Der Optilume®-Katheter ist nicht für alle Patienten geeignet. Er wird meist eingesetzt bei:

Nicht geeignet ist die Methode oft bei:


6. Vorteile des Optilume®-Verfahrens

Für viele Patienten ist besonders attraktiv, dass kein zusätzlicher Operationsbereich (z. B. Mundschleimhaut) benötigt wird.

7. Grenzen und mögliche Nachteile

Auch wenn das Verfahren vielversprechend ist, gibt es wichtige Einschränkungen:

Mögliche Nebenwirkungen können sein:

8. Vergleich: Optilume vs. Schleimhauttransplantation

KriteriumOptilume®-KatheterSchleimhauttransplantation
Eingriffsartminimalinvasivoffene Operation
Narkosemeist kurz oder TeilnarkoseVollnarkose
Krankenhausaufenthaltkurz oder ambulantmeist mehrere Tage
Erholungszeitkurzmehrere Wochen
Zusatzwundenkeinehäufig Mundschleimhaut
Langfristige Stabilitätgut bei passenden Fällensehr hoch (Goldstandard)
Einsatzgebietausgewählte Strikturenalle komplexen Formen

9. Einordnung: Warum gibt es beide Verfahren?

Die Behandlung der Harnröhrenstriktur ist nicht „entweder oder“, sondern individuell.

Oft wird die Entscheidung gemeinsam zwischen Patient und Urologin/Urologen getroffen – abhängig von Strikturtyp, Beschwerden, Vorgeschichte und persönlichen Wünschen.

10. Fazit

Die Behandlung von Harnröhrenverengungen hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Neben bewährten chirurgischen Verfahren stehen heute auch minimalinvasive Optionen wie der Optilume®-Katheter zur Verfügung.

Der Optilume®-Ansatz kann für geeignete Patienten eine gute Alternative sein, insbesondere wenn eine größere Operation vermieden werden soll. Dennoch bleibt die klassische Rekonstruktion mit Schleimhauttransplantation in vielen Fällen die stabilste Langzeitlösung.

Eine individuelle urologische Abklärung ist entscheidend, um die passende Therapie zu wählen.